Nach der Reha….

Wie ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, musste ich in Reha, da meine Lendenwirbelsäule respektive eine meiner Bandscheiben und die Wirbelgelenke nicht mehr so woll(t)en, wie sie soll(t)en. Aufgefallen war es eigentlich nur durch einen „simplen“ Hexenschuss, der sich dann aber doch als Bandscheibensschaden herausstellte. Alle medizinischen, nicht operativen, Möglichkeiten wurden ausgeschöpft, aber es trat keine Besserung ein. Somit war dann der nächste Schritt die Reha, 4 Wochen. Jetzt bin ich seit einer Woche wieder daheim und hab mich wieder halbwegs „eingelebt“.

 

Was hat die Reha gebracht? 

Ausgangssituation Reha-Start:
– laufen kaum länger als 15 Minuten am Stück möglich
– Lähmungen, Taubheit und Schmerzen im Bein bei zu viel Belastung
– Schonhaltung durch Schmerzen, daraus resultierend Muskulatur verkümmert
– Ausdauer kaum vorhanden durch Schmerzen 
– hochdosierte Schmerzmittel mehr als 3x am Tag

Ergebnis Reha-Ende nach der Abschlussuntersuchung:
– laufen jetzt bis zu 1,5 Stunden am Stück möglich, allerdings in meinem Tempo und vorsichtig
– keine Lähmungen, Schmerzen und Taubheit mehr im Bein
– Muskulatur wieder aufgebaut in Rücken und Beinen
– Haltung korrigiert
– Ausdauer erhöht und verbessert
– Schmerzmittel nur noch bei Bedarf (ganz schmerzfrei werde ich nie wieder sein)

O-Ton Arzt:
„So eine hart an sich arbeitende und mit den Therapeuten zusammen arbeitende Patientin haben wir noch nie gehabt!“ Und ich hab so manches Mal gekämpft und gelitten! Blut, Wasser und Tränen sind eine Menge geflossen.

 

Einen ziemlich argen Tiefschlag musste bzw muss ich immer noch, erstmal einstecken: meinen Beruf als Berufskraftfahrerin werde ich nicht mehr ausüben dürfen. Schweres Heben und Tragen sowie lange Sitzen mit Erschütterungen und be- & entladen ist mir untersagt. Das würde über kurz oder lang dazu führen, dass die Lähmungen wiederkehren und die Nervenwurzel dauerhaft geschädigt, wenn nicht sogar zerstört werden würde. Und das mag ich nicht erleben wollen.
Das Schlimmste daran ist: ich habe vor 12 Jahren dafür kämpfen müssen, diesen Beruf machen zu dürfen. Jetzt gesagt zu bekommen, dass man es nicht mehr darf, lässt einen in ein tiefes Loch fallen. Wobei ich seit kurz vor Weihnachten, als ich das erste Gutachten bekam, schon einmal in das Loch fiel. Irgendwie hatte ich da schon angefangen, mich mit dem Gedanken „anzufreunden“, wenn man es denn so nennen kann, den Job nie wieder machen zu können. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Bis zu meiner Zwischenuntersuchung in der Reha hatte ich eigentlich immer noch die Hoffnung, die Therapeuten und Ärzte bekämen das mit mir zusammen wieder hin, dass ich doch wieder fahren würde können. Aber dann kam der Tiefschlag: „Nein! Kein LKW-Fahren mehr!“ Da war für mich erstmal „Schluss mit lustig“ und das Lachen verging mir.

Der Tag war für mich erstmal gelaufen, das kann man sich ja vorstellen. Aber ein weiteres langes Gespräch mit meinem Doc in der Reha, den Therapeuten und dem Sozialdienst holten mich zwar nicht ganz aus dem schwarzen Loch heraus, doch zumindest machten sie mir Hoffnung, dass es doch nicht sooo schwarz ausschaut. Es gibt so viele Möglichkeiten, die ich ausschöpfen kann. Seitens der Reha-Klinik habe ich einen Ansprechpartner, einen Reha-Betreuer für nach der Reha bekomme ich, der mir bei allem zur Seite steht.

Was mir aber auch besonders geholfen hat, waren zum einen meine Familie, die immer hinter mir gestanden hat und noch immer steht, immer da war und ist, wenn es mir schlecht ging und die Gespräche mit meinem besten Freund. Wenn er die ganze Zeit nicht immer und immer wieder mit Engelszungen auf mich eingeredet und mich nicht fast täglich mit allem Möglichen abgelenkt hätte, wäre ich so manches Mal heulend zusammengebrochen. Danke Dir dafür!! Danke für alles!!

Aber trotz aller Hilfe und gutem Zureden ist es noch immer nicht leicht für mich, zu begreifen, dass ich wohl nie mehr einen LKW fahren werde, wenigstens nicht im Job. Privat vielleicht mal, mal schauen, was mein Rücken dazu sagt. Aber da ich ja vor ein paar Jahren den Kraftverkehrsmeister gemacht habe, kann und werde ich weiterhin in der Branche bleiben. Dispo, Fuhrparkleitung, Dozent…es gibt eine Menge Möglichkeiten. So ganz wird mich also der Transportsektor nicht los. 😉

Und wie heisst es so schön? „Nach der Reha ist vor der Reha“? NEIN! Für mich nicht! Ich mache jetzt, wieder daheim, weiter mit dem Training. Jeden Tag laufen, Reha-Sport, Physio und so weiter. Trainingspläne haben die Therapeuten dort mit mir zusammen erstellt, Tipps habe ich bekommen und viele Empfehlungen. So weit es meine Zeit zulässt, werde ich das alles umsetzen und weiterführen. Denn eines weiss ich: Gesundheit ist ALLES! Und krank wegen meines Rückens werde ich nicht mehr, wenn ich es verhindern kann!

 

Was ich aber für mich, als eine Art Abschluss meiner Fahrerei, machen möchte, ist ein Foto-Shooting mit einem LKW. ich glaube, das brauche ich einfach für mein Ego. Hört sich komisch an, aber so bin ich halt. 🙂 Sentimental 😀

Ich habe letztes Jahr ein Foto-Shooting mit LKW oder PKW gewonnen und würde das gerne damit verbinden. Da der Fotograf genauso LKW-verrückt ist wie ich, glaube ich, dass wir was hinbekommen. Fehlt nur noch ein schöner Truck. Und da bin ich noch auf der Suche. Entweder neutral, also ohne Firmenname oder aber, was natürlich viel geiler wäre, ein Show-Truck. So einen mal an ´nen Samstag zur Verfügung gestellt bekommen um schöne Fotos zu machen. Das wäre es! Naja, vielleicht kennt jemand den ich kenne, der jemanden kennt, der wen kennt, der sowas möglich machen kann. Mal durchfragen 🙂

 

Jetzt werde ich erstmal das erste Wochenende daheim genießen und mal nur was machen, was nichts mit meinem Rücken oder Sport oder Reha oder dergleichen zu tun hat. Mal schauen, was mir so einfällt. 🙂

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Genießt die Sonne, denn Montag soll´s schon wieder regnen. Bähh!

 

 

 

 

 

 

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