Geschockt 

​Junior und ich waren vorhin an der A45 zum LKW knipsen. Von der Brücke, wo wir standen, hatten wir eine super weite Sicht und eine gute Aussicht auf das fahrende Volk. 

Was mich allerdings sehr erschreckt hat: trotz der vielen schrecklichen LKW-Unfälle und den was weiß ich nicht wie vielen Kampagnen für Sicherheitsabstand und Co…..es halten sich zu viele immer noch nicht dran! 😱

Es wurde mit noch nicht mal mehr 15 Metern Abstand hinter dem vorausfahrenden Kollegen her gefahren, nach dem Überholvorgang wurden zum Einscheren keine 10 Metern eingehalten, so dass in einer Situation sogar ein Kollege voll in die Bremse gehen musste oder der Abstandstempomat dies halt erledigte. 

Wenn ich das unterwegs, aus meinem eigenen LKW beobachte, ist es schon unbegreiflich, aber jetzt, so „von oben herab“ von der Brücke aus….das ist noch schlimmer! Man reale Maße vor Augen, durch Markierungen etc. Man ist nicht durch das eigene Fahren abgelenkt, sondern kann sich voll und ganz auf das Beobachten konzentrieren. Und diese Sicht darauf finde ich noch erschreckender, als vom Fahrersitz aus beobachtet. 😞

Und was ich leider dazu sagen muss: da ja immer gesagt wird, es seien die ausländischen Kollegen, die zu dicht auffahren und zu dicht wieder Einscheren würden….in den fast 2 Stunden waren es hauptsächlich deutsche Kollegen, sogar von Namhaften deutschen Speditionen, die hier negativ aufgefallen sind! 😞😞 Traurig, wenn man immer liest und hört, dass die deutschen Fahrer sowas nicht tun! Und es waren nicht nur kurze Momente des zu dicht auffahren, nein. Durch die Sichtweite von mehreren hundert Metern sah man die „Perlenkette-LKW“ ja schon von weitem anrollen. Es war ein Armutszeugnis! 😒😒

Leute….ist Euch Euer Leben so wenig wert? Habt ihr Todessehnsucht? Den Teufel im Nacken? Was nützt es, solche völlig behämmerten Aktionen zu fahren? Was bringt das? Mehr Geld vom Chef? Ist man zu geil auf Mehrarbeit? Bitte erklärt es mir dich mal! 
Denkt doch mal nach, bevor ihr Euren LKW in Bewegung setzt! Ihr habt Familien, die Euch gerne lebend wiedersehen wollen. Da sind andere Verkehrsteilnehmer, die auch heil und gesund ankommen wollen! Oder seid ihr so egoistisch, dass Euch das egal ist? Oder wollt Ihr Euer Geld loswerden, wenn Ihr in eine Abstandskontrolle fahrt? Ich versteh es nicht!

Ich persönlich kann immer nur an den hoffentlich gesunden Menschenverstand appellieren: haltet Abstand, besser zu viel als zu wenig, lasst die Finger von Handy, Tablet und Co, die Straße bietet leider genug, wofür man seine ganze Aufmerksamkeit braucht! Spielt nicht mit Eurem Leben….ihr seid keine Katze, die 7 davon hat! Und ganz besonders ist jedes Opfer, jeder Verletzte ein Opfer und ein Verletzter zu viel! 

Der Sicherheitsabstand kennt keine Nationalität! Dem ist es egal, wer am Steuer sitzt! Sicherheitsabstand sollte aber keiner Nationalität egal sein, denn er entscheidet über Leben oder Tod!

In diesem Sinne!

5 comments for “Geschockt 

  1. Georg Richert
    9. August 2016 at 18:03

    Du hast schon recht das viele Deutsche Kollegen auch zudicht auffahren. Aber um das repräsentiere hast du dir die falsche Autobahn aus gesucht . Die A 45 wird hauptsächlich von Deutschen befahren . Stell dich doch mal auf die A 2 A 7 oder A6 und der Horror bekommt andere Namen G. Richert

    • 9. August 2016 at 18:09

      Naja so würde ich das jetzt nicht sagen. Die 45 wird auch sehr stark von ausländischen Fahrern befahren, klar, gegenüber der A2 ist das ein Minimum.
      Ich sag ja auch nur, dass ich an dem Tag diese Beobachtungen gemacht habe, aber immer gesagt wird, es wären nur die ausländischen Kollegen.
      Ich hab eine Menge Feedback auf meinen Text bekommen, darunter viele, die mir bezüglich der deutschen Kollegen Recht geben.
      Im Grunde ist es auch egal….Sicherheitsabstand kennt keine Nationalität! Dem ist es egal, ob da ein Deutscher, Pole, Tscheche oder wer weiß nicht wer am Steuer sitzt!

  2. Eisy
    9. August 2016 at 13:32

    Muss Danika voll zustimmen.
    Ich werde auch öfter “abgedrängt“ weil ich selten schneller als 83 / 84 fahre.
    Die Kollegen von Dachser, DHL, DPD und Schenker können das knappe Einscheren oder wenig Abstand halten am besten.
    Knallhart sind auch Fahrer von Gratner aus Östereich.
    Am Montag stand ich im Stau auf der A3 bei Frankfurt, da wollte doch tatsächlich in der Baustelle noch einer vorbei, obwohl Fahrstreifen verengt.
    Klar, alle haben Zeitdruck, aber ich fahre lieber einen Seecontainer zum Kunden weniger, bin aber dafür Abends zu Hause und nicht auf dem Friedhof

    • highwayfloh
      13. September 2016 at 23:03

      Sich gegenseitig zu beschimpfen bringt gar nichts! Mit gutem Beispiel vorangehen, DAS ist es was zählt! Was glaubst wie oft ich von der LGZ-Dispo angeraunzt werde, weil es „nicht schnell genug geht“? Meine Antwort: „Alles klar! Ihr wisst wo ich bin, nach der Stelle breche ich die Tour ab und fahr zurück, brücke ab und dann werdet glücklich… ach ja, die Hälfte der Fracht hab ich wieder mit dabei, weil Ihr mal wieder nicht avisiert habt, wie es der Kunde wollte und ihm schon zum vierten Mal die schon früher abgelehnte, beschädigte Ware andrehen wolltet! Den Anruf bei meinem Chef könnt Ihr Euch sparen, den Ruf ich nämlich jetzt gleich selbst an! Ach ja, noch was: auf meinem Lohnzettel stet ABC drauf als Arbeitgeber und NICHT LGZ DEF bzw. Disponent GHI!“ In der Regel: „langes wütendes Schnaufen“ und dann wird aufgelegt! Kündigung hab ich bis heute nicht ehrhalten…. und mir ist es völlig egal, was da künstlicher Zeitdruck aufgebaut wird. „Ich“ bin es, der den Kopf hinhalten muss, wenn es zu einem Unfall kommt, also bin es auch „ich“ der bestimmt, „wie“ ich fahre und mehr als arbeiten kann ich eben nicht. So einfach ist das.

  3. ralf bielke
    9. August 2016 at 08:19

    Höhere Strafen und viel mehr Kontrollen helfen da nur. Einsicht kommt da nicht von alleine

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