Schnee-Chaos

Der Schnee kam wieder aus heiterem Himmel! Konnte ja keiner ahnen, dass es im Winter schneit und die Straßen glatt sind. Neiiiiiin…kam völlig überraschend. Das Ergebnis konnte und kann man heute sehen und erleben.
Die A45 Hagen Richtung Frankfurt mehr als 30 km Stau, ab Meinerzhagen voll gesperrt, weil dort ein LKW auf der Brücke ins Geländer gefahren ist und dort über dem Abgrund hängt, in einigen Landesteilen sind komplette Bundesstraßen wegen Glätte und Schneemassen gesperrt. Die Streufahrzeuge kommen mit ihrer Arbeit überhaupt nicht mehr nach, derartig schneit es. Vielerorts herrscht Chaos pur.
Da ich damit gestern schon ein Stück weit gerechnet hab, bin ich heut morgen was früher losgefahren. Ladetermin war 7 Uhr, Kilometer bis dahin 36. Von Attendorn über Rönkhausen und Wildewiese nach Sundern. Höhenlagenwechsel von ca. 200 Metern. Bis auf 15 leere Gitterboxen hatte ich nix geladen. Dementsprechend fahren war angesagt. Temperatur lag bei -1 Grad mit starkem Schneefall. Naja, ankommen, egal wie lang es dauert. Wenn’s zu schlimm würde, rechts ran und Räumdienst abwarten.
Der Hinweg war ganz ok. Je höher ich kam, desto mehr wurde der Schnee auf der Straße, aber noch nichts Besorgniserregendes.

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Um halb 7 bei der Firma angekommen, konnte ich sofort laden, da ich gestern schon für 7 Uhr heute angemeldet wurde. Halbe Stunde später ging’s dann mit 10 Tonnen Ladung plus die 15 Gitterboxen schon wieder gen Heimat.
Weit gekommen bin ich allerdings nicht. In Sundern ging dann Richtung Ortsausgang nix mehr. In der starken Steigung standen schon die ersten LKW. Zu glatt, zu schmierig. Streudienst Fehlanzeige! Also hieß es für mich: hinten anstellen und abwarten.

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Ganz blöd war nur, dass irgendwann nichts mehr vor oder zurück ging, weder bergauf noch bergab. Und die PKW-Fahrer ganz intelligent und versucht, längst die stehenden LKW zu kommen. Was sich auf Grund des mittlerweile herrschenden Verkehrschaos als blöde Idee rausstellte. Ende vom Lied: die Autofahrer standen teils derart verquer, dass der Streudienst nicht mehr durchkam. Bis es da irgendwie wieder etwas lief, war mehr wie ’ne Stunde vergangenen.
Der weitere Weg lief relativ gut. War zwar Schnee und stellenweise Eis auf der Straße, aber wir fuhren endlich wieder.

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Naja…bis kurz vor Ortsende Sundern-Hagen, auch Kuhschisshagen genannt, weil eben nicht größer als eben solcher. 😀
Da standen dann schon rechts 3 LKW und kamen weder vor noch zurück.

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Shitte, also wieder Stillstand. Kein Problem. Motor aus, Standheizung an und der Dinge harren, die noch kamen. Was kam war einfach: Schnee, Schnee und noch mehr Schnee! Mir egal.
Anruf bei uns im Büro und eben Bescheid gesagt: „Kein Problem. Bleib bloß stehen, egal wie lang es dauert. Hauptsache Du kommst heil wieder!“
Was anderes hatte ich auch nicht vor. 🙂
Mittlerweile hatten sich hinter uns noch 10 LKW angereiht und es wurden all’s mehr. Warnblinklicht im Schneegestöber. 😀
Aaaaber: dann kamen die Helden! Links längst alle Stehenden auf Biegen und Breche vorbei fahren und kurz drauf merken: „Oh…war ne bekloppte Idee!“ und sich dann da fest fahren. Dann ging auch da nix mehr hoch oder runter! Freiorgeln was der LKW her gibt und sich den Berg hoch rutschen. Das war ein Schauspiel. 😀

Nach über einer Stunde kam dann auch mal der Räumdienst und machte vor uns frei und streute.
Vor mir die 2 machten aber nu keinerlei Anstalten, weiter fahren zu wollen. Also hab ich es riskiert: Sperre rein, Schaltung auf manuell und mit ganz sachte Gas langsam den Berg angehen: und der Lehnscheid ist nicht ohne.
Liftachse blieb Gott sei Dank oben.
Mit weniger als 20 km/h bin ich dann den Berg rauf gekrabbelt. Ganz gemütlich und ohne Stress. Und siehe da: funktionierte hervorragend.
Oben angekommen, Sperre raus und ab ging’s sachte von Wildewiese nach Rönkhausen runter. Und die Strecke hat es in sich. Kurven und Engstellen vom Feinsten, besonders die sogenannte „Schweinchenkurve“ (hat ihren Namen vom Brunnen in Form eines Wildschweins).

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Wenn dort von unten ein LKW kommt, sollte der von oben kommende zwingend stehen bleiben. Das endet sonst in Schrott. 😉
Soweit war die Strecke dann nun frei. Bissl rutschig durch den Schneematsch, aber fahrbar.
Im Rückspiegel sah ich dann auch den ersten weiteren LKW, der sich weiter getraut hat. 😀

Auf der Firma angekommen, waren alle froh, dass ich heil wieder da war. Und auf meine Frage, was noch anliegt, bekam ich zur Antwort: „Wir fahren heute nirgends mehr hin! Bei dem Wetter ist das Wahnsinn!“ Ok…also Feierabend und Wochenende.
Da bin ich nu und warte auf meine beiden Männer: Junior der noch auf der Firma ist und mein Männe, der ja selbst im Fernverkehr unterwegs ist, der aber vorhin mal schon aufm Hof war.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende. Fahrt vorsichtig, riskiert nix und kommt gut heim zu Euren Familien. Denn keine Ware ist so wichtig, dass man andere und sich gefährdet, verletzt oder tötet!

In diesem Sinne
Dani

✔Danika’s Blog

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