Fahrerkartendaten und MiLog

Vor einigen Monaten habe ich mir von Globofleet eine Software mit Kartenleser bestellt, um meine Fahrerkarte selbst regelmäßig auszulesen, zu archivieren und auszuwerten.
image

image

Natürlich entbindet dies mich nicht von meiner Verpflichtung, meine Fahrerkarte regelmäßig vom Unternehmen auslesen zu lassen!

Ich hab das Programm auf meinem Laptop. Da ich den eh mit auf Tour hab, am Wochenende auch mit daheim, bin ich da recht flexibel, was das auslesen angeht.
Mit dem Globofleet archiviere ich meine Daten und speichere sie mir zusätzlich noch als Excel-Datei.
Der positive Nebeneffekt:
ich nutze diese Daten so auch, um nach MiLog meiner Aufzeichnungspflicht nachzukommen.
Ich extrahiere einfach die benötigten Daten aus der Excel-Tabelle und schon habe ich in 10 Minuten einen ganzen Monat fertig. Passend nach „Vorgabe“ des MiLog.
Allerdings mache ich dies jede Woche, weil laut MiLog immer nach 7 Tagen die Daten vorliegen müssen.
Und dazu kommt, dass ich so für mich alle Daten in meinem Besitz habe, seien es die von der Fahrerkarte oder die Arbeitszeiten nach MiLog. Und sollte es Unstimmigkeiten diesbezüglich geben, bin ich immer auf der sicheren Seite.

Das Programm war mit über 100 € nicht gerade günstig, aber für mich hat es sich schon deswegen gelohnt, weil ich so die Daten von meinem Mann und mir auslesen kann.
Es geht doch nichts darüber, wenn man selbst alles „schwarz auf weiß“ sehen und auswerten kann.
Und wehe, dem Chef kommt es in den Sinn, mir was erzählen zu wollen, was ich alles falsch gemacht haben soll. 😂😂

Urteil über Globofleet:
sehr empfehlenswert!

✔Danika’s Blog

8 comments for “Fahrerkartendaten und MiLog

  1. Uwe
    18. August 2015 at 18:17

    Hallo Danika,

    danke für die Empfehlung von Globofleet. Ich habe die Nase voll, jeden Tag 10 Stunden und mehr zu arbeiten und das für´n Appel und´n Ei. Ich möchte gern anhand meiner Daten von der Fahrerkarte, die ich schon seit über einem Jahr wöchentlich speichere, ermitteln, ob meine Arbeitszeit mit dem Arbeitszeitgesetz konform geht. Die Idee, die Mindestlohnzahlung dabei gleich mit zu kontrollieren ist super. Das ich da nicht selbst drauf gekommen bin ;-).
    Welche Daten extrahierst Du dazu in Deinem Excelsheet? Meinst Du mit „Vorgabe des MiloG“ das, was im § 17 (1) steht (Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit)?
    Bestimmt werden sich noch ein paar Fragen ergeben. Es wäre schön, diese mit ernsthaft interessierten Kolleginnen und Kollegen diskutieren zu können.

    Viele Grüße und wenn auf Tour, gute Fahrt
    Uwe

    • 20. August 2015 at 14:05

      Hey Uwe,

      Ich extrahiere die „Schicht-Daten“. Also Arbeitszeit/Pause (Lenkzeit ist natürlich zur Arbeitszeit dazu zu rechnen). Eben nur das, was laut MiLog gefordert ist. Das was Du schon geschrieben hast.
      So braucht man nicht jeden Tag alles haarklein unterwegs aufschreiben (geht auch mal unter). Am WE Karte auslesen und schon hat man alle wichtigen Daten. Einfach ausdrucken und dem Chef übergeben.
      Der Vorteil dabei ist, dass man an keine Norm gebunden ist. Der Gesetzgeber schreibt nur vor, DASS man die Zeiten nachweisen muss, nicht in welcher Art „Tabelle“.

      Meiner Meinung ist das ganze zusätzliche Dokumentieren für Speditionen unsinnig. Da der Unternehmer ja eh verpflichtet ist, Daten der Fahrerkarte (und Massenspeicher) zu dokumentieren, archivieren und kontrollieren, müßte er nur diese Daten selbst nehmen, um die Vorgaben des MiLog zu erfüllen. So aber dirigiert er diese Aufgabe (Nachweise der Arbeitszeit usw) auf den/die Fahrer und muss am Ende der Woche nur die „Zettel einsammeln“.

      • Uwe
        23. August 2015 at 11:22

        Hallo Danika,

        vielen Dank für die ausführliche Antwort.

        Viele Grüße
        Uwe

  2. Gregor Ter Heide
    16. Februar 2015 at 10:58

    dann wirst du sicherlich feststellen, dass die 208 Stunden im 4 Monatsdurchschnitt eingehalten wurden und die restlichen 52 Stunden, die bis 260 Stunden erlaubt sind, nicht ordentlich im Digi-Tacho registriert wurden.

    Alle Überstunden, die über die durchschnittlich erlaubten 208 Std./Mo. getätigt wurden, können später – auch wenn man den 100 % Beweis dafür hat – nicht beim ArbG eingefordert werden.

    Bei einem richtigen Bedienen bzw. der Eintragung des Digi-Tachos, was die Arbeitsbereitschaften (Bereitschaftsdienst ist laut EuGH das gleiche), betrifft, hat (fast) jeder BKF eine Woche Freizeit im Monat, oder innerhalb von 4 Monaten, einen Monat frei.

    Fazit: Also betrügt sich (fast) jeder BKF bei den Stunden-Eintragen im Digi-Tacho.

    • Taggi
      18. Februar 2015 at 17:24

      Also ich arbeite auch mit Globofleet. Ich extraiere auch meine Daten nach Excel und das funktioniert. Die Stunden werden korrekt angezeigt. Aber wieso sollte der AG keine Stunden bezahlen müssen. Zum Milog gibt es meines Wissens noch keine Urteile in der Richtung. Das Milog sagt, dass jede Arbets-Stunde bezahlt werden muss . Hierzu zahlen auch die Arbetsbereitschaften (nicht zu verwechseln mit Bereitschaftsdienst nach dem 21a , der der Rufbereitschaft gleichzusetzen ist.)
      Gruss
      Taggi
      Kraftfahrerkreis AB-MIL

      • 19. Februar 2015 at 10:08

        Das Globofleet ist absolut top bezüglich Nutzung auch für das MiLog. Besser und schneller kann man seine Zeiten nicht nachweisen.

        Leider ist es so, dass es AG gibt, die versuchen, Zeiten, die in ihren Augen unrelevant sind, nicht zu bezahlen. Es gibt sogar schon „Lehrgänge“ für AG, in denen ihnen Tricks und Kniffe erzählt werden, wie sie trotz Mindestlohn „billiger“ davon kommen.
        In Speditionen in Ostdeutschland werden Fahrer Verträge vorgesetzt, die teils sittenwidrig und gegen das Gesetz sind.
        Schau mal bei truckonline.de rein. Dort schreibt Maik über genau einen solchen Vertrag. Da stellen sich einem die Nackenhaare auf.

        • taggi
          19. Februar 2015 at 10:19

          Hi,
          Ist schon klar. Aber jeder , der auf dem Bock sitzt, sollte Manns/Frau genug sein, um das nicht alles zu glauben und seine Rechte durchzusetzen. Ein paar Freunde/Kollegen und ich haben vor ca 5 Jahren uns organisiert und einen Kraftfahrerkreis gegründet. Wir wehren uns und wir helfen, soweit möglich auch anderen.
          Gruss
          Taggi

          • 19. Februar 2015 at 12:36

            Da bin ich ganz Deiner Meinung. Aber da ist auch wieder der Knackpunkt: viele Fahrer lassen sich einschüchtern: wenn Du das nicht machst, kannst Du gehen (hab ich just gerade erst von einem Kollegen mitbekommen, dem ich diesbezüglich zur Seite stehe). Was dort abgegangen ist, hat mich derart wütend gemacht.
            Viele Fahrer trauen sich schlichtweg nicht, sich zu wehren. Was aber auch die Folge davon ist, dass sie sich ihrer Rechte und auch Pflichten nicht gewahr sind und teils auch nicht bereit sind, sich dieses Wissen anzueignen. Aber diese sind es dann auch, die jammern.
            Ich bin ein Mensch, der gerne weiß, wovon er redet und auch gern alles wissen möchte, was wichtig ist. Und dementsprechend kann ich auch auftreten und wenn möglich verhandeln. So sollte es aber für jeden sein!

            Kannst Du mir mehr über Euren Kraftfahrerkreis erzählen? Vielleicht kann man ausbauen oder bekannter machen, wenn das erwünscht ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.