Falsche Recherche führt zu falscher Berichterstattung führt zu Shitstorm

Christian und mir ist aufgefallen, dass das Berufskraftfahrer Magazin aufgrund einer erfundenen Geschichte mit der Überschrift „Künftig Überholverbot für LKW auf deutschen Autobahnen“ einen Bericht, der aus der angegebenen Quelle einfach Wort für Wort rauskopiert wurde, veröffentlicht hat, der unter Anderem auf der Facebook Seite von Alexander Dobrindt zu teils bitterbösen Posts seitens verschiedener Berufskraftfahrer geführt haben. Die Quelle gibt in seinem Impressum selbst folgendes an

Die Meldungen auf dieser Seite sind frei erfunden. Dennoch wurde bei der Recherche größtmögliche Sorgfalt angewandt.

Screenshot Ente

Was der Verfasser von dem Bericht im Berufskraftfahrer Magazin mit einer solch falschen Berichterstattung anrichten kann, darüber scheint er sich nicht im klaren zu sein. Zum einen ist es ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz und zum anderen führt eine falsche Berichterstattung zu unkontrollierbaren Reaktionen seitens der Leser, wie bei Alexander Dobrindt ersichtlich.
Auf der Website von Rechtsanwalt Schwenke gibt es Tipps, die einzuhalten sind, wenn man von Quellen zitieren möchte. Um eine Klage oder Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung oder Diebstahl geistigen Eigentums zu vermeiden, sollten diese zwingend bedacht werden. Dazu gehört vor allem, dass man die Quellen mit verlinkt.

Des Weiteren gibt es genug Kollegen, die sich auf Berichte rund um unseren Job verlassen, besonders wenn sie von einem seriös angepriesenem Magazin oder einer Website kommen. Man hat als Berichterstatter, egal in welchem Job-Bereich, die Verantwortung, seine Berichte ordentlich zu recherchieren und, wenn man Quellen zitiert, diese auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Denn nur so kann ein Shitstorm, wie der bei Alexander Dobrindt in den Anfängen meiner Meinung nach, vermieden werden. Im weiteren Verlauf sollte man dann aber auch, wenn ersichtlich ist, dass man unwahr berichtet hat, eine Richtigstellung schreiben und den falschen Bericht entfernen. Denn nur so können weitreichende Folgen vermieden werden.

Ich finde es schade, dass ein Magazin, welches rund um unseren Beruf berichten möchte, ein derartiges Verhalten an den Tag legt. Ist es nicht schon verwirrend genug, was man tagtäglich zu lesen und zu hören bekommt? Muss es dann noch sein, dass man unprofessionell berichtet und dann damit noch Unfrieden stiftet? Ich persönlich verstehe das nicht!

9 comments for “Falsche Recherche führt zu falscher Berichterstattung führt zu Shitstorm

  1. Gregor Ter Heide
    30. Dezember 2014 at 13:52

    Tatsachen zum Überholverbot !

    Wer das Verkehrszeichen 227 missachtet, bezahlt 70 € und mit Behinderung 105 € mit jeweils 1 Punkt im Zentralregister in Flensburg.

    Ein Überholvorgang muss nach dem OLG Hamm 1 RBs 162/14 vom 07.10.2014, in weniger als 45 Sekunden abgeschlossen sein und die Geschwindigkeitsdifferenz muss über 10 km/h betragen.

    Unter der BKat Nr. 103750 „Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit für mehr als 5 Minuten Dauer bis zu 15 km/h zulässige Geschwindigkeit gem. § 3 Abs. 3, § 49 StVO; § 24 StVG“; kostet 120,- € und 1 Punkt in Flensburg beim Bundes-Zentralregister. Also bedeutet es für den Fernfahrer, wenn er mit über 86 km/h auf der BAB erwischt wird, muss er 120 € bezahlen, denn es wurde von ihm (z.B.) angeblich mit Absicht oder Vorsatz, konstant 90 km/h, d.h. genau 4 km/h zu schnell gefahren. Das gleiche Bußgeld gilt bei einer Anzeige, sogar auch schon bei 2 x ab Fahrtantritt, wenn die 86 km/h ab Fahrtbeginn überschritten wurden. Allerdings kann ein Fernfahrer wegen dem und / oder mit dem gleichen im Zusammenhang stehenden straßenverkehrsrechtlichen Delikt, natürlich als sog. Tateinheit, immer nur einmal betraft werden.

    Am 23.06.1993 wurde mit der StVZO § 57d, für LKW die Geschwindigkeitsbegrenzung- Richtlinie 92/24/EWG mit dem Geschwindigkeits- Begrenzer +/- 90 km umgesetzt, der am 25.10.1994 in Kraft trat. Vorher durften die Fernfahrer natürlich auch nicht schneller fahren, denn nach der StVO § 3 (3) Nr. 2 durfte der LKW immer schon, nur mit 80 km/h zzgl. der 6 km/h Toleranz bei tatsächlicher vorhandener Geschwindigkeit auf der BAB unterwegs sein. Die Differenz von 0,68 mm = 4 km/h bis 90 km/h bedeutet, dass 6 km/h Toleranz-Abzug zur tatsächlich vorhandenen Geschwindigkeit, zur Genauigkeit von – bis zur Abregelung vom Tempobegrenzer von +/- 90 km/h, nicht nur Fachleuten bekannt sein muss.

    Aufgrund von Gericht-Urteilen, wurde am 01.04.2004 für alle LKW über 7,5 t zGG ein neues Überholverbot iZm. § 5 StVO iVm. § 41 (2) StVZO, zusätzlich zum Zeichen 227, eingeführt.

    Bei einer Ahndung zur vorhandenen Geschwindigkeit auf dem Digi-Tacho iVm. der StVO § 3; OWiG § 66 (1), muss die Tatortkonkretisierung bei Auswertung vor dem Bußgeld-Bescheid, durch unabhängigen vereidigten Sachverständigen erfolgt sein. Im Bußgeld- Bescheid (BKatV § 5 Nr.11. Tabelle 1 a) müssen nur die Angaben zur Zeit und Ort -Bestimmung vorhanden sein. Ohne Zeit und Ort Bestimmung wäre es ansonsten gem. StPO § 136 a, eine unzulässige Vernehmungsmethode. Ansonsten ist gem. § 46 (1) OWiG und § 206 a StPO, das Verfahren wegen einem fehlen dieser „Zeit – Ort“ Vorschrift, sofort einzustellen. Hier muss vom kontrollierenden Staats-Beamten, vor jeder Kontrolle vom Digi-Tacho, die Beachtung des § 4 Nr. 4 FPersG iZm. dem § 383 (1) Nr. 1-3 ZPO berücksichtigt werden. Das bedeutet, das der Beamte dem Fernfahrer auf sein Aussage-Recht hinweisen muss, denn sich kein EU-Bürger muss sich selbst belasten und hat ein Aussageverweigerungsrecht.

    Fazit: Ein LKW zu überholen lohnt sich erst ab 75 km/h.

    • 8. Januar 2015 at 22:48

      Das kommt auf die Verkehrssituation drauf an, denn nach ausgiebigem Öko-Training ist es ausserdem bekannt, dass der vermeintliche Zeitgewinn in den meisten (!) Verkehrssituationen geringer ist, als der Kraftstoffverbrauch, den das Beschleunigen und Überholen beding, dies insbesondere beim Geschwindigkeitsbereich ab 80 km/h.

      Somit von mir ein bedingter Widerspruch zu Deinem letztem Satz.

      • Gregor Ter Heide
        9. Januar 2015 at 13:59

        Tatsache:

        Wenn ein BKF auf der BAB „in flagranti“ (auf frischer Tat) von der Polizei ertappt wird, der grade ein Kollegen – der 86 km/h fährt -, mit über 75 km/h überholt, so ist eine Anzeige mit mind. 105 € mit 1 Punkt fällig. Das ist „Verbotenes Überholen“ da es unter 10 km/h geschieht.

        Wer nur so – ohne zu überhohlen – über 86 km/h fährt und direkt – mit gleichmäßigen Abstand – durch hinterherfahren von der Polizei erwischt wird, riskiert 120 € mit 1 Punkt.

  2. 28. Dezember 2014 at 18:49

    Ja so ist das halt. Von einem Seriös Angepriesenen „Magazin“ erwarte ich als Leser gut recherchierte Fakten und nicht einfach Stumpf 1 zu 1 kopierte Artikel die man irgendwo im Netz findet. Das hat mit Journalismus nichts zu tun.

    Man sagt ja, Bekanntlich steht jeden Tag ein Dummer auf, den man nur finden muss. Seid es Facebook gibt, kann man sich vor denen gar nicht mehr retten….

  3. 28. Dezember 2014 at 18:32

    Oh. Verlinke dem seine Seite blos nicht. B.z.w. erst, wenn Du seine Erlaubnis hast: http://truckonline.de/blog/2012/11/11/veranderungen/#comment-14931

    • 28. Dezember 2014 at 21:21

      Maik…verlinken ist, so weit ich rechtlich informiert bin, nicht verboten. Aber sollte ich falsch liegen, bin ich absolut lernfähig und nehme diese heraus. 😀
      Allerdings bin ich der Meinung, dass, wenn ich über einen Bericht schreibe, diesen auch den Lesern zum Zwecke ihrer eigenen Meinungsbildung zur „Verfügung stelle“. Irgendwie ist es sonst ein lückenhafter Bericht.

      Weshalb ich allerdings gerade von ihm die Erlaubnis brauche um ihn zu verlinken, ist mir ein Rätsel. Jeder wäre über mehr Besucher/Leser glücklich. 😉 Ob er denn auch seine Quellen fragt, ob er diese in seinen Berichten verlinken darf (WENN er dann mal die Quellen mit angibt!!)? 😀

      Aber Danke Maik für die Info. Christian und ich haben versucht ihm begreiflich zu machen, dass er einer Ente auf den Leim gegangen ist. Daraufhin wurden Kommentare gelöscht und wir blockiert. Daher hat man gar keine Möglichkeit, ihn um „Erlaubnis“ zu fragen. 😂😂

      • 28. Dezember 2014 at 23:53

        Verlinken ist ja auch nicht verboten.

        Außer man verlintk zu C. R., der sieht vieles anders….

        • 29. Dezember 2014 at 07:37

          Ist er denn sowas „Besonderes“, dass man ihn um Erlaubnis bitten muss?
          Wie ich schon sagte: jeder andere wäre froh um mehr Leser.

    • 28. Dezember 2014 at 23:52

      Boah, Maik, ist das schon wieder 2 Jahre her?

      Himmel die Berge, wo ist die Zeit geblieben?

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