Verweigerung zur Toilette zu dürfen

Gestern beim Kunden:
Ankunft und Anmeldung am Tor per Klingel. Warten hieß es. Ok…kein Problem.
Da ich nicht wußte, wie lange ich warten mußte, ging ich wieder zum Tor und klingelte erneut mit der Bitte, auf Toilette gehen zu dürfen. Mit der Antwort, die dann kam, hatte ich absolut nicht gerechnet:
„Toilette? Nein, ich darf Sie nicht herein lassen.“
WAS???
„Wie, Sie dürfen mich nicht herein lassen?“ fragte ich verdutzt.
„Nein, keiner darf herein. Und ausserdem ist es viel zu kompliziert und Sie brauchen einen Schlüssel, um zur Toilette zu gelangen.“
„Das ist jetzt nicht Ihr Ernst?“
„Doch tut mir leid. Ich kann Ihnen nicht helfen.“

Ich war so verdattert, dass ich das nicht wechseln konnte. Ich bin selten sprachlos, aber da war ich es komplett!
Mein Mann und ein Kollege waren in Konferenz am Telefon und ebenso verdutzt, wie ich.

Nachdem ich dann endlich rein konnte abladen, hab ich dem Staplerfahrer die Geschichte erzählt und um den Weg zur Toilette gebeten. Er war ebenso erschrocken ob der Reaktion der Tante von der Anmeldung. Und zur Toilette durfte ich dann auch endlich. 

In was für einer Welt leben wir, dass man bei einem Kunden, den man beliefert, noch nicht mal zur Toilette gehen darf?
Womöglich steht man ein paar Stunden dort, bis man zum abladen oder laden in’s Werk darf und weit und breit keine Toilette in Sicht. Noch nicht mal ein Dixi draußen. Unfassbar!!

Wenn es nach mir ginge, würde ich diese Firma nicht mehr anfahren, was mir sicher keiner übel nehmen würde, aber…man kennt es ja: wat muss, dat muss.
Beim nächsten Mal allerdings werde ich der Dame deutlichst zu verstehen geben, dass ich ihren Chef/Vorgesetzten zu sprechen wünsche. Gleichzeitig wird mein Chef informiert und am Telefon das Gespräch mit ihrem Chef/Vorgesetzten mithören können. Eine solche bodenlose Frechheit lasse ich mir nicht nochmal bieten!

6 comments for “Verweigerung zur Toilette zu dürfen

  1. Marder78
    21. Februar 2016 at 18:13

    das geht eiegntlich noch. Unsere Disponenten haben es sich zur angewohnheit gemacht, wenn der Fahrer die Tour (Verteilerverklehr) nicht schafft, anzuordnen, das er mit seinem LKW stehen bleiben muss. An sich nichts ungewöhnliches. Aber mitten in einer Großstadt, wo weit und breit keine Toilettenanlagen vorhanden sind????? Und dann noch wie es mir passiert ist ca 25km von der Niederlassung entfernt??

  2. udo
    15. November 2014 at 13:28

    Von Gregor Ter Heide  
    Der § 323c des StGB: »bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten« macht sich strafbar.    Das die Pförtnerin angeblich einen wildfremden Mensche es gestatten muss, seine Toilette zu benutzen, entspricht auch nicht der Tatsache, da es sich um einen „Kunden“ handelte. Das heißt: Ein BKF ist i.A. des Absenders der Ware bzw. als Erfüllungsgehilfe/in tätig. Daher besteht eine Geschäftsbeziehung. Das selbe Recht ein WC zu benutzen besteht auch in Raststätten, das es ja nachweislich beim Verzehr, das eine Notdurft auslöst, um geschäftliche Rechtsbeziehung handelt.   Hier lag ein „einfacher menschlicher Notstand“ vor, der den Umständen entsprechend gem. der ArbStättV und der GewO sogar gewährleistet werden musste. Jedes Unternehmen muss für die Beschäftigten und für Kunden ein WC zur Verfügung stellen.

  3. Gregor Ter Heide
    15. November 2014 at 11:59

    Der § 323c des StGB: »bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten« macht sich strafbar.

    Das die Pförtnerin angeblich einen wildfremden Mensche es gestatten muss, seine Toilette zu benutzen, entspricht auch nicht der Tatsache, da es sich um einen „Kunden“ handelte. Das heißt: Ein BKF ist i.A. des Absenders der Ware bzw. als Erfüllungsgehilfe/in tätig. Daher besteht eine Geschäftsbeziehung.

    Hier lag ein „einfacher menschlicher Notstand“ vor, der den Umständen entsprechend gem. der ArbStättV und der GewO sogar gewährleistet werden musste. Jedes Unternehmen muss für die Beschäftigten und für Kunden ein WC zur Verfügung stellen.

    Das Fahrerhaus ist zulassungsrechtlich auch kein Pausen- Ruhe- oder Arbeitsraum. Jeder Bürger weis, das ein LKW-Fahrerhaus kein WC hat. Derzeit liegt allerdings beim LKW-Fahrerhaus ein Verstoß zu Artikel 31 GrCh vor:

    „Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf gesunde, sichere und würdige Arbeitsbedingungen“

    Derzeit sind natürlich die gesamten Arbeitsbedingungen im LKW-Fahrerhaus beweisbar nicht „menschenwürdig“, da kein Ruheraum vorhanden ist und somit auch nicht von „menschengerechten und angemessenen Arbeitsbedingungen“ der BKF gesprochen werden kann, denn jeder Mensch brauche eine gewisse Bewegungsfreiheit während einer verantwortlichen Arbeit.

  4. 19. Oktober 2014 at 21:23

    Und noch ein Nachtrag:

    egal was hinterher für Ärger gibt:

    solchen Dumpfbacken würd ich echt in ihr Kabuff reinpinkeln, denn wenn die Natur ruft, ruft sie … . Und auf den Parkplatz soll man ja auch nicht pinkeln und irgendwo muss man sich ja erleichtern können… da würd ich es WIRKLICH mal so drauf ankommen lassen… .

  5. highwayfloh
    15. Oktober 2014 at 20:18

    Sollte sowas nochmals passieren:

    Erstmal der Spruch:

    „Ok, ich habs gesagt, dass ich _dringend_ auf die Toilette muss! Wenn Sie es nicht anders wollen, ich muss JETZT!“

    Demonstrativ in die Hocke gehen und die Hose aufmachen…. und wenns dann Geschrei gibt, gleich sagen:

    „Ich ruf jetzt die BAG an, wegen Verstoßes gegen Sozial- und Menschenrechtsverstößen!“

    Was glaubste wie solche „Möchtegerne / Möchtegerninnen“ dann ganz schnell „klein“ werden?

  6. 11. Oktober 2014 at 13:36

    Hättest nicht deinen Chef anrufen können, und Dir Rückendeckung dafür geben lassen können, das, wenn Sie dich nicht aufs Klo lassen Du die Heimreise antreten würdest?

    Ich denke, die wollen schließlich was von Dir, nämlich die Ware auf deinem Auflieger. Ob Du leer wirst oder nicht, ist dann ja erst mal zweitrangig.

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