Bestens informierter Verlader

Diese Woche musste ich 2 Tage hintereinander einen Werksverkehr-Umlauf fahren. Dabei hatte ich, wie so oft, die Gelegenheit und Zeit, mich mit meinem sehr netten Verlader/Staplerfahrer Michel zu unterhalten und war positiv überrascht.
Sonst hat man öfters mit Staplerfahren zu tun, die den LKW laden und sich eher wenig mit den Themen Ladungssicherung, Lastverteilung etc. auseinander setzen. Meiner allerdings war diesbezüglich komplett anders.
Während des Gesprächs erzählte er mir, dass er auch den C/CE Führerschein hat und fragte mich bezüglich der Schlüsselnummer 95 und ob ich diese auch schon im Führerschein eingetragen hätte. Er erzählte, dass er die Module selbst auch gemacht hat und sich mit der Materie LaSi und Co. bestens auskennt. Auch über die Verantwortlichkeiten war er bestens im Bilde.
Dadurch, dass er ursprünglich als Kraftfahrer und Verlader in der Firma eingestellt wurde und dazu noch in der Feuerwehr sei, wäre es für ihn klar, die Module nach Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz zu machen. Auch würde er sich stets auf dem Laufenden halten, schon allein weil er auch weiterhin hin und wieder LKW fährt.
Im Laufe des Gesprächs erwähnte ich, dass ich neben Berufskraftfahrerin auch Kraftverkehrsmeisterin sei und diese Modulschulungen abhalten darf (wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt wären). Daraufhin meinte er, dass er auch Interesse hat, den Meister zu machen. Ich hab ihm angeboten, entsprechende Infos zusammen zu stellen und ihm zur Verfügung zu stellen. Er gab mir seine Email-Adresse und ich versprach, mich bei ihm zu melden.

Meine persönliches Resümee:
Es gibt viel zu wenig Verlader/Staplerfahrer, die sich mit den für sie wichtigen Verantwortlichkeiten auseinandersetzen. Sie beladen einen LKW, wie die Ware gerade kommt bzw. bereitgestellt wurde und das war’s. Die wenigsten kümmern sich um die rechtliche Seite und welche Strafen auf sie zukommen könnten. Schon allein deswegen wäre es meiner Meinung nach wichtig, dass Verlader/Staplerfahrer/Versandmitarbeiter etc. die Modulschulung mindestens im Bereich LaSi ebenso wie wir Kraftfahrer  absolvieren. Denn nur so können Fehler im Bereich Be- und Entladung minimiert, wenn nicht sogar vermieden werden.

Und ganz wichtig:
Es macht auch für mich als Fahrer viel mehr Spass mit einem gut informierten Verlader/Staplerfahrer, der Ahnung von seinem Job und dem Drumherum hat, zu arbeiten! Und ich denke, das geht jedem meiner Kollegen so!

3 comments for “Bestens informierter Verlader

  1. 3. September 2014 at 15:04

    Nun das es Verlader gibt, die Ahnung haben, sind eher die Ausnahme. Ich sehe es ja jeden Tag bei DHL.

    Dort gibt es nicht einen, der auch nur Ansatzweise Ahnung von dem hat, was er da macht.

    LaSi? Brauchen wir nicht, soll der Fahrer machen. Erklärt man dann denen mal die „Rechtslage“ das wir als Fahrer lediglich eine Kontrollfunktion besitzen und im Bedarfsfall nachbessern müssen und DHL uns dafür auch die Notwendigen Hilfsmittel zur verfügung stellen muss, fliegt man aus dem Lager.

    Dabei ist es dann auch egal, das ich als Fahrer, den Verladevorgang eigentlich überwachen sollte….

  2. 1. September 2014 at 03:13

    Danika, FULL ACK!

    Aber gerade in den Stückgut-Logistik-Zentren siehts LEIDER(!) nach wie vor so aus, wie Du es als Negativ-Beispiel beschrieben hast:

    Hautptsache das Zeugs ist „drinn“ in der Kiste!

    Und das Traurige:

    Die werden intern regelmäßig bezüglich LaSi geschult… 🙁

    • 1. September 2014 at 03:19

      Da interessiert oftmals nicht mal der Aufkleber, dass ein Ladegut nicht stapelbar / belastbar ist …

      OK, Stückgut lässt sich oftmals nicht wirklich ganz optimal sichern, geb ich ja zu …

      Aber tut es Not, dass ne Wechselbrücke mit 4 tonnen auf die ersten Lademeter zugeknallt wird, ohne jegliche Sicherung nach dem Motto: „Kann ja sein dass noch was dazukommt?“ ….

      Und im Prinzip steht fest, dass NICHTS mehr dazu kommt, weil es schon längst fest steht, was per Nacht-Shuttle ankommt und auf die jeweilige Relation zu verladen ist….

      Aber ganz mag ich den Lageristen die Schuld auch nicht zuschieben, es liegt dann eben auch an der internen Kommunikation eines LGZs und dessen Leitung! Und wenn da jeder einfach nur „sein“ Ding macht und nur soweit denkt, wie die Schreibtischunterlage breit ist, braucht man sich nicht wundern, wenn sich nichts ändert!

      DAS ist das Traurige….

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